Kerosinablass am Karfreitag

Am Karfreitag, den 30.03.2018, hat ein Transport-/Tankflugzeug 43 Tonnen Kerosin über der Pfalz und dem Saarland abgelassen. Das konnte die Rheinpfalz bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Erfahrung bringen. Diesmal handelte es sich um eine Militärmaschine, eine Douglas KC-10A Extender der US Air Force, die von der Airbase Ramstein gestartet war. Dabei nahm die Maschine die folgende Route:

30.03.2018: Flugroute Douglas KC-10A Extender der US Air Force, Ablass von 43 Tonnen Kerosin
Größere Ansicht: Karte anklicken

Das Problem muss direkt nach dem Start aufgetreten sein. Worum es sich dabei handelte, ist uns nicht bekannt. Laut Rheinpfalz konnte auch die DFS darüber keine Auskunft geben.

Für dieses Jahr handelt es sich bereits mindestens um den vierten Kerosinablass, von dem die Pfalz betroffen ist:

  • 15.02.2018:  10 Tonnen – Boeing 747 400 der Aerotrans Cargo (Moldawien); Flughafen Hahn
  • 26.02.2018:  30 Tonnen – Boeing 747 400 der Aerotrans Cargo (Moldawien); Flughafen Hahn
  • 16.03.2018: 5,9 Tonnen – Boeing 767 330ER/W der Condor; Flughafen Frankfurt
  • 30.03.2018:  43 Tonnen – Douglas KC-10A Extender der US Air Force; Airbase Ramstein

Hierbei muss von einer gewissen Dunkelziffer ausgegangen werden, denn die DFS erteilt Auskünfte nur über ihre Pressestelle auf konkrete Nachfragen.

Die Pfalz hätte in diesem noch recht jungen Jahr allerdings noch eine weitere Keosindusche abbekommen können! Denn am 18.03.2018 ließ eine Frachtmaschine, gestartet vom Flughafen Hahn, eine unbekannte Menge Kerosin über der Nordsee ab.

18.03.2018: Frachtmaschine vom Hahn lässt unbekannte Menge Kerosin über der Nordsee ab
Größere Ansicht: Karte anklicken

Warum wurde das Kerosin diesmal über der Nordsee abgelassen? Die Antwort ist ganz einfach: die DFS war in diesem Fall nicht zuständig! Das Problem, laut „Aviation Herald“ eine defekte Cockpitscheibe, trat außerhalb der Zuständigkeit der DFS auf, denn die Maschine befand sich bereits über Belgien. Laut Rheinpfalz lag der DFS keine Meldung über dieses Ereignis vor!

Egal wo, ob über der Nordsee, dem Saarland oder hier, das Ablassen von Kerosin ist eine Praxis, die nicht hinnehmbar ist!

Kaum jemand wird aber Zweifel haben wo das Kerosin gelandet wäre, hätte sich die Maschine während des Vorfalls im Zuständigkeitsbereich der DFS befunden, nämlich wieder in der Pfalz, insbesondere in der favorisierten „Dumping-Area Biosphärenreservat Pfälzerwald“!

Nach den Regelungen der ICAO (Internationale Zivilluftfahrtorganisation) sollen bei der Auswahl des Gebietes Schutzzonen so weit wie möglich ausgeschlossen werden (s. Wikipedia – Treibstoffschnellablass). Für die DFS gehört der Pfälzerwald, Teil des deutsch-französischen Biosphärenreservats Pfälzerwald-Vosges du Nord und das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands, offenbar nicht dazu.

03.04.2018 (s)