Kaiserslautern


Die Energiegesellschaft „Stadtwerke Wind Kaiserslautern GmbH & Co KG“, an der die SWK (Stadtwerke Kaiserslautern), Thüga und Enova jeweils zu einem Drittel beteiligt sind, will im Osten von Kaiserslautern 4 Windindustrieanlagen in das Biosphärenreservat Pfälzerwald bauen. Zwei der Anlagen sollen in der Nähe der A6 und zwei weitere weit in den Wald hinein, nahe der B37, gebaut werden (s. Karte). Der Bauantrag wurde bereits gestellt. Er liegt der Stadtverwaltung als unterer Immissionsschutzbehörde vor.

Nach derzeitigem Kenntnisstand planen die Stadtwerke Kaiserslautern Windindustrieanlagen der Firma Nordex mit einer Nennleistung von 3,3 Megawatt, einer Nabenhöhe von rund 130 Metern und einem Rotordurchmesser von 130 Metern, also mit einer Gesamthöhe von ca. 200 Metern.

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Neue ZAK-Windräder – Repowering
Foto: © IPP

Es gibt Stimmen, die in den Windrädern auf dem ZAK-Gelände (s. Karteeine Vorbelastung für die geplanten Standorte der SWK sehen wollen. Es ist leicht vorstellbar, was passieren würde, wenn die SWK die Anlagen wirklich bauen dürften. Das wäre der Anfang vom Ende des Biosphärenreservats Pfälzerwald.


Kartenlegende:

WEA_WhiteDiese Anlagen auf dem Gelände der ZAK (Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslautern) sind bereits errichtet und ersetzen 3 alte kleine Anlagen. Die alten Anlagen hatten eine Nennleistung von 0,6 Megawatt, eine Nabenhöhe von 63 und einem Rotordurchmesser von 44 Metern. Die neuen Anlagen haben eine Nennleistung von 3 Megawatt, eine Nabenhöhe von 140 Metern und erreichen mit einen Rotordurchmesser von 112 Metern nahezu 200 Meter Gesamthöhe. Das Ersetzen alter Anlagen wird als Repowering bezeichnet. Die alten Anlegen werden zwar abgebaut (zumindest oberflächlich), aber oft werden, so wie hier, die neuen Anlagen an anderen Standorten errichtet. So veröffentlicht die ZAK  die folgenden Eckdaten zum Bau dieser Anlagen:

  • Die Anlieferung der einzelnen Bauteile erfolgte nachts mittels 60 Meter langer Schwertransportern.
  • Für den Wegebau wurden 20.000 Tonnen Schotter benötigt.
  • Pro Windenergieanlage waren jeweils 14 Schwerlastkräne im Einsatz.
  • Bei der Vormontage kam ein 750-Tonnen-Kran zum Einsatz.
  • Der Hauptkran für die Endmontage hat eine Hubhöhe von 155 Metern.
  • 2.250 Kubikmeter Beton für die Fundamente wurden verarbeitet. Leider wird nicht erwähnt durch wieviel Tonnen Stahl dieser Beton zusammengehalten wird.

Wie sieht so etwas im Wald aus? Hier finden Sie Beispiele.

WEA_OrangePlanungen der Stadtwerke Kaiserslautern auf Stadtflächen.

 

WEA_RotPlanungen der Stadtwerke Kaiserslautern auf Landesflächen. (Diese geplanten Standort befinden sich auf Landesfläche.) Damit begeht das Umweltministerium Wortbruch, denn noch am 20.02.2015 verkündete Umweltministerin Höfken in einer Pressemitteilung, Zitat:

„Wir werden nach dem Votum des MAB-Komitees die landeseigenen Flächen im bewaldeten Teil des Biosphärenreservats nicht für Windkraft zur Verfügung stellen.“


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Nennleistung:

Mit der Nennleistung wird die maximale Leistung einer Windindustrieanlage angegeben. Dieser Wert hat aber mit der tatsächlich erreichten Leistung nicht viel zu tun, denn in Wirklichkeit erreichen die Anlagen im Bundesdurchschnitt nur ca. 18% ihrer Nennleistung. Rein rechnerisch könnte man also von 5 Windindustrieanlagen locker 4 Anlagen weglassen.